Ethische Prinzipien

1. Autonomie (Selbstbestimmung achten)

  • Bedeutung: Jeder Mensch hat das Recht, über sein Leben und seinen Körper selbst zu bestimmen – auch wenn er Entscheidungen trifft, die andere nicht gutheißen.

  • In der Pflege: Patient:innen müssen aufgeklärt werden, um informierte Entscheidungen zu treffen (z. B. Einwilligung zu einer Behandlung).

  • Beispiel: Eine Patientin lehnt eine Bluttransfusion aus religiösen Gründen ab. Pflegekräfte müssen diese Entscheidung respektieren, solange sie im Vollbesitz ihrer Entscheidungsfähigkeit ist.


2. Nicht-Schaden (Non-Malefizienz)

  • Bedeutung: Pflegehandlungen sollen keinen Schaden verursachen, Leiden oder Risiken vermeiden.

  • In der Pflege: Medikamente müssen korrekt dosiert, Hygienestandards eingehalten und freiheitsentziehende Maßnahmen nur im Notfall angewendet werden.

  • Beispiel: Eine Pflegekraft verzichtet auf die Gabe eines starken Schmerzmittels, wenn es die Atemfunktion lebensbedrohlich beeinträchtigen könnte.


3. Fürsorge (Benefizienz / Wohltun)

  • Bedeutung: Pflege soll aktiv das Wohl der Patient:innen fördern und ihnen nutzen.

  • In der Pflege: Unterstützung bei der Genesung, Linderung von Schmerzen, Förderung von Lebensqualität und Selbstständigkeit.

  • Beispiel: Eine Pflegekraft nimmt sich Zeit, einer sterbenden Patientin die Hand zu halten – über die reine medizinische Versorgung hinaus.


4. Gerechtigkeit (Fairness)

  • Bedeutung: Ressourcen, Chancen und Lasten sollen fair verteilt werden. Alle Menschen haben Anspruch auf gleiche Achtung und gleiche Behandlung.

  • In der Pflege: Kein Patient darf aufgrund von Alter, Herkunft, Geschlecht oder finanziellen Mitteln benachteiligt werden.

  • Beispiel: Zwei Patient:innen benötigen beide dringend eine Intensivbettaufnahme. Die Entscheidung muss nach medizinischen Kriterien und nicht nach sozialem Status erfolgen.

7 Steps to Running Better Meetings

Arbeitsauftrag: Die vier ethischen Prinzipien in der Pflege

  1. Lest die Beschreibungen der Prinzipien Autonomie, Nicht-Schaden, Fürsorge und Gerechtigkeit aufmerksam durch.

  2. Erklärt in eigenen Worten, was jedes Prinzip bedeutet.

  3. Findet jeweils ein konkretes Beispiel aus der Pflegepraxis (z. B. aus eurem Praktikum, aus Fallgeschichten oder aus dem Alltag), in dem das Prinzip eine Rolle spielt.

  4. Diskutiert in Kleingruppen:

    • Welche Prinzipien treten häufig in Konflikt miteinander?

    • Wie könnte man diese Konflikte in der Praxis lösen?

  5. Erstellt ein Poster oder eine Tabelle, in der die vier Prinzipien mit euren Beispielen übersichtlich dargestellt sind.

Sie haben 0% der Lektion erledigt.
0%